30 qm Binnenkielyacht

Entwurf: A. Miglitsch



LüA: 9m, CWL: 6,4m, B: 2m, T: 1,1m, D: 1,395t, Großsegel: 18qm, Vorsegeldreieck: 11,95qm, Verm. Segelfläche: 29,95qm, Fock I: 8,75qm, Fock II: 13,7qm, Fock III: 17,4qm, Parachut-Spinnaker: 40qm

Kommentar von Schiffbau-Ing. A. Miglitsch zum eigenen Entwurf:

"Die Binnendreißiger, die bis etwa zum Jahre 1930 eine der bedeutendsten deutschen Rennkielklassen bildeten, sollten die alten Sonderklassenboote, die zu unerwünschten Extremen geführt hatten, ablösen und ihre Fehler vermeiden, die sich aus der ungesunden konstruktiven Entwicklng auf Grund ihrer Meßformel allmählich ergaben. Deshalb wurde in der neuen Formel bestimmt, daß das Verhältnis der größten Länge zur größten Breite höchsten 4,5:1 betragen dürfe. Die Ausnützung auch dieser Formel führte jedoch im Laufe der Zeit zu Rumpfformen, die gegen den Entwicklungsabschluß der Klasse in den letzten 30er Jahren wiederum in äußerst einseitigen Extremen konstruktiv erstarrten. Es hieß, wie oft in solchen Fällen, die Klasse wäre “auskonstruiert”: Die Anschauungen wandelten sich jedoch mit der Zeit, und im Jahre 1952 führte eine neutrale Überprüfung zur Feststellung, daß die Konstruktion der Binnendreißiger lediglich in eine Sackgasse geraten war und durchaus neue, konstruktive Möglichkeiten bestanden, wenn man sich von der bisherigen Betrachtungsweise der Formel löste.
So entstand für das niederrheinische Gebiet ein Neuentwurf, bei dem auf jede gewaltsame Ausnutzung der Formel verzichtet wurde und dessen flüssig-harmonische Linien des Rumpfes fast allein nach den hier erläuterten Richtlininien ausgebildet wurden. Um bei beschränktem Tiefgang größtmögliche, segeltragende Kraft zu erzielen, wurde ein kräftiger Ballastwulst mit tiefliegendem Schwerpunkt vorgesehen. Abweichend von der bisher üblichen Form des Riggs mit Peitschenmast und kleinem Vorsegel, wurde ein gerader Mast mit relativ großem Vorsegeldreieck angeordnet und das Großsegel stark verkleinert. Unter dem Namen “Kleine Brise” war der Neubau in den Niederrhein-Wettfahrten 1955 in zwei der vier Rennen absolut schnellstes Boot und gewann jedes Rennen seiner Klasse, die auf diesem Revier die meisten und besten Boote umfaßte. Ebenso siegte das Boot in allen Regatten ein Jahr später im nächstgrößeren Klassenzentrum, der Ammerseewoche."

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Linienriss

Rigg, Besegelung


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